Gefahr auf dünnem Eis
Sa, 29. Dez 2007, Illertissen
Veranstalter: Wasserwacht Ortsgruppe Illertissen
Während anderorts Schlittschuhläufer, Spaziergänger oder sogar Eissegler - wie auf dem oberbayerischen Schliersee - schon problemlos die gefrorene Wasserfläche zum Freizeitvergnügen nutzen können, sieht es derzeit im Landkreis noch eher schlecht aus. Und die Meteorologen kündigen für Sonntag bereits steigende Temperaturen an.
Am gestrigen Freitag herrschte auf dem Stadtweiher in Illertissen jedenfalls Hochbetrieb durch Eisläufer und Eisstockschützen. Denn dort ist das Eis dick genug. Notfalls wird sogar die Feuerwehr geholt, um mit aufgespritztem Wasser eine spiegelglatte Oberfläche zu erzielen.
Dagegen ist auf den meisten Baggerseen der Umgebung noch allergrößte Vorsicht geboten, betont Joachim Obst, denn meistens verhindern unterirdische Zuläufe eine kräftige Eisbildung. Der Technische Leiter der Illertisser Wasserwacht weiß, wovon er spricht. Er erinnert an einen Fall vor zwei Jahren. Damals war der Auer See zugefroren. Ein Radler wollte diese Gelegenheit nutzen und seinen Weg abkürzen - er rollte aufs Eis. Weit kam er nicht, denn an einer dünnen Stelle krachte er durch die Decke. Der Mann hatte Glück im Unglück und konnte sich selbst retten - der Drahtesel versank in den Fluten."Das Eis auf dem südlichen Bereich des Auer Sees ist dünner", warnt Obst. Gestern demonstrierte die Schnellrettungstruppe der Wasserwachtler, wie sie im Notfall eingreift.
Seit dem Beginn der kalten Jahreszeit haben die ehrenamtlichen Einsatzkräfte vom Roten Kreuz ihre Fahrzeuge dafür aufgerüstet. Trockentauchanzüge und Wärmekleidung gehören dazu wie der Eisrettungsschlitten. Das Gerät besteht aus zwei mit einem Gestell verbundenen surfbretterähnlichen Tragkörpern. Der Schlitten wird mit einem Seil am Ufer befestigt. Der Retter geht zwischen den Tragkörpern auf dem Eis so weit wie möglich bis zum Eingebrochenen. Dieser kann auf den Schlitten gezogen und so an Land gebracht werden. Bis zu 200 Kilogramm kann das Gerät transportieren.
Bei größeren Einsätzen verfügt die Wasserwacht über ein mit Rädern ausgerüstetes Boot, dass auf dem tragfähigen Eis bis ans Wasser gerollt wird. Die Rettungseinsätze für Eingebrochene sind aber relativ selten geworden, denn "die Leute passen doch mehr auf", lobt Wasserwachtler Joachim Obst.
